Felices Pascuas

Die ‚Semana Santa‘ wird in Bolivien mit vielen Aktivitäten ausgiebig und emotional gefeiert. Am eindrucksvollsten sind wohl die zahlreichen Kreuzwegprozessionen im ganzen Land, in denen das Leiden zelebriert wird. So wie bei uns mancherorts noch das Krippenspiel an Weihnachten aufgeführt wird, steht hier in Bolivien die Kreuzigung im Zentrum und zwar live. Dies wundert auch nicht, wenn man bedenkt, wie stark dieser Kontinent ausgebeutet wurde und immer noch wird. Wir alle können dazu beitragen, dass dies weniger geschieht. Die Tür zur Wandlung ist nie verschlossen und die Kräfte der Natur sind stark, wie die Akazie zeigt, die in weniger als 1 1/2 Jahren vier Meter gewachsen ist.
Von ganzem Herzen wünsche ich allen frohe Ostern!

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unterwegs mit Studenten

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Auch in Bolivien führe ich mit den Studenten Exkursionen durch – und es klappt wie am Schnürchen: Der Busfahrer trifft pünktlich ein und der Bauer erwartet uns zur abgemachten Zeit. Natürlich fahren wir nicht mit klimatisieren Busen über Land sondern mit einem typisch bolivianischen VW-Bus, der bei uns schon längst auf dem Schrottplatz gelandet wäre. Trotzdem will der Fahrer die letzten hundert Meter der Hofeinfahrt nicht unter die Räder nehmen, weil herabhängende Aeste den Bus zerkratzen könnten. Wir besuchen einen Bauern im Tal von Cochabamba, der auf ganz unterschiedlichen Böden Mais, Weizen, Luzerne, Gemüse und Wein anbaut. Die Studenten sind sehr interessiert und stellen viele Fragen. Das Tal von Cochabamba wird durch die Migration der Bevölkerung aus dem unwirtlichen Altiplano immer stärker besiedelt. Vor kurzem wurde das umliegende Gebiet des Landwirts ebenfalls zur Besiedlung frei gegeben. Die Migranten können so legal ihre kleinen Backsteinhäuser aufbauen und das Grundwasser anzapfen. Auf diese Weise sinkt der Grundwasserspiegel immer weiter und verschärft den prekären Wassermangel zusätzlich. Ähnlich wie das Schweizer Mittelland wird dieses einst fruchtbare Tal allmählich zubetoniert.

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Erdrutsche und Überschwemmungen

Erdrutsche und Überschwemmungen gehören während der Regenzeit in Bolivien zur Tagesordnung. Letzte Woche beispielsweise fuhr ich nach einer Sitzung mit dem Nachtbus von La Paz nach Cochabamba. Um drei Uhr morgens blieb der Bus stehen – ein Erdrutsch. Wann es weiter geht? – Mañana! Mañana bedeutet hier alles: Morgen, übermorgen, in einer Woche oder gar nie. Diego (mein Arbeitskollege) und ich entschlossen uns auszusteigen und zu wandern. Wir wanderten zuerst eine Stunde lang an den gestrandeten Bussen und Lastwagen vorbei zum Erdrutsch. Beide Fahrstreifen waren völlig blockiert und ich fragte mich, wie wohl die Baumaschinen zum Schuttfächer gelangen könnten. Bald kam uns eine Menschenkarawane von der gegenüberliegenden Seite entgegen. Der Erdrutsch war nicht besonders gross. Er konnte sogar von Fahrzeugen mit Vierradantrieb durchquert werden. Aber für diese Autos war es, wegen den verstopften Fahrstreifen, viel schwieriger, überhaupt zum Erdrutsch vordringen zu können. Einige versuchten ihr Glück neben der Strasse, wo es aber irgendwann nicht mehr weiter ging. Auf der gegenüberliegenden Seite wanderten wir wieder eine Stunde in der Dunkelheit an Bussen und Lastwagen vorbei. Auch hier waren beide Fahrstreifen blockiert. Endlich erreichten wir das Ende des Staus bei ziemlich niederen Temperaturen, denn die Strasse verläuft hier zwischen 3’5000 bis 4’000 Metern. Im Morgengrauen, mit Nebelschwaden und eisigen Winden konnten wir uns in zwei weiteren Stunden soweit vom blockierten Ort entfernen, dass wir wieder auf Fahrzeuge trafen, die Richtung Cochabamba fuhren. Schliesslich nahm uns eine Holztransporter auf seiner Ladefläche mit und so erreichten wir in drei weiteren Stunden Cochabamba.

In Cochabamba regnet es jetzt häufig nachts und am Tag scheint oft die Sonne. Es gibt jetzt sogar richtige Bäche und die Landschaft ist viel grüner geworden. Die Bäche trocknen auch nicht mehr so rasch aus, was zeigt, dass der Regen in den Boden eindringt. Wären die Hügel bewaldet, wäre die Infiltration und die Wasserversorgung noch viel besser. Ich frage mich oft, weshalb hier keine riesige Baumpflanzaktion begonnen wird.

Die Bilder zeigen einen frisch geräumten Erdrutsch auf einer Strasse Richtung Tarija im Süden des Landes.

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Feliz Navidad y año nuevo!!

Weihnachten wird natürlich auch in Bolivien gefeiert. Bei meinem Streifzug durch die Stadt habe ich verstanden, weshalb die Regierung Morales ein Viceministerium zur Entkolonialisierung eingerichtet hat. Coca-Cola wird hier nämlich (neben Bier) in rauhen Mengen getrunken und dies obwohl Evo Morales auf dem alternativen Klimagipfel 2010 erklärte, die Imperialistenbrause sei das ideale Mittel gegen verstopfte Abflussrohre. Das einheimische Konkurrenzprodukt Coca Colla das aus der Kokastaude hergestellt wird kommt derweilen nicht auf Touren. Mit diesen Impressionen aus dem weihnächtlichen Cochabamba wünsche ich Euch allen friedliche Weihnachten und ein ganz glückliches Neues Jahr. Ich bedanke mich ganz herzlich für eure Nachrichten, eure Kommentare und eure Verbundenheit. Ich freue mich über einen regen Austausch im neuen Jahr.

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Bäume – Vitaminspender, Erosionsschutz und Wasserpumpen

Langsam beginne ich mich in Cochabamaba einzuleben. Neben Spanisch lerne ich auch ganz viele Bäume und ihre Ansprüche an Klima, Boden und ihre Nachbarn kennen. Denn in den trockenen und stark erodierten Böden, in denen wir von ECO-SAF zusammen mit den Bauern Bäume pflanzen wollen, gedeihen die Bäume besser, wenn sie eine Symbiose mit einem andern Baum eingehen können. Die Gemeinschaft ist in Bolivien sehr wichtig. Allein kannst du in diesem Land nichts ausrichten – nur zusammen sind wir stark. Die Bäume machen es vor!

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Von ganzem Herzen Dank!

Langsam nehme ich Abschied von der Schweiz und all meinen Freundinnen und Freunden. Es sind für mich sehr bewegende Momente der Dankbarkeit. Jede Begegnung ist etwas Besonderes und ich möchte allen ganz herzlich für die Verbundenheit und Unterstützung danken. Es ist sehr berührend, ermutigend und kraftvoll. DANKE!!

Ganz herzlichen Dank für alle Abschiedsgeschenke und die Begegnungen mit euch allen!!

Schon seit längerer Zeit begleitet mich ein Gedicht von Hermann Hesse in immer wieder neuen Facetten:

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

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Hasta Luego

Sobald ich in Cochabamba bin, werde ich hier mit Text und Bildern von meinem Leben in Bolivien erzählen. Ich freue mich auf eure Kommentare!

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